Der Handelswert von Weißweinen ist laut der internationalen Fine-Wine-Handelsplattform Liv-ex seit 2010 um rund 650 Prozent gestiegen. Noch dynamischer entwickelte sich den Zahlen zufolge die Nachfrage für Schaumweine: Deren Wert legte im gleichen Zeitraum um etwa 1.100 Prozent zu. Besonders während der Pandemie erlebten Champagner und andere Schaumweine einen starken Boom, gefolgt von einer deutlichen Korrektur. Weißweine hingegen zeigten eine stabilere Entwicklung: Obwohl auch hier die Preise anzogen, blieb die Nachfrage selbst während der jüngsten Marktabkühlung vergleichsweise robust.
Im Gegensatz dazu entwickelte sich Rotwein deutlich schwächer. Laut Liv-ex lag der gesamte Handelswert von Rotweinen im Jahr 2025 rund 15 Prozent unter dem Niveau von 2010. Diese Entwicklung gilt als Hinweis darauf, dass sich Anleger und Händler zunehmend differenzierter aufstellen und ihre Investitionen neu ausrichten.
Besonders profitiert hat in den vergangenen Jahren die Region Burgund. Weißweine aus Burgund gelten inzwischen als wichtigste Kategorie im Weißweinsegment auf Liv-ex und haben Bordeaux bereits überholt. Ausschlaggebend dafür waren steigende Handelsmengen im mittleren Preissegment sowie eine vergleichsweise stabile Preisentwicklung im Spitzenbereich.
Seit 2011 sank der Handelswert von Bordeaux-Weißweinen laut Liv-ex um 17,6 Prozent. Mit steigenden Preisen bei weißen Burgundern orientierten sich viele Käufer weg von Bordeaux.
Die Analyse von Liv-ex zeigt zudem, dass in einem insgesamt selektiveren Marktumfeld aktuelle Daten zunehmend an Bedeutung gewinnen. Händler und Investoren nutzen immer öfter datengetriebene Analysen, um Regionen und Kategorien zu finden, in denen Nachfrage und Wert langfristig stabil blieben.