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Grosse Rotweine aus aller Welt, die man einmal versuchen sollte

31.03.2026 | Wein
Grosse Rotweine aus aller Welt, die man einmal versuchen sollte

Es ist Geschmackssache, welches grosse Rotweine sind. Sie bieten ein besonderes Genusserlebnis und bleiben in Erinnerung. Das trifft auf die sechs auserwählten Gewächse des 150. NZZ-Weinseminars zu.

Was versteht man unter einem grossen Wein? Der Begriff ist nicht wirklich definiert. Für mich erhält ein Gewächs diese Einstufung, wenn es herkunftstypisch, elegant, finessenreich, komplex und ausgewogen ist sowie über die Fähigkeit verfügt, über Jahre zu reifen und sich positiv zu verändern. Die Wahrnehmung am Markt spielt eine Rolle, weniger der Preis. Auch ein nicht luxuriöses Produkt kann ein «grosser» Wein sein. Nicht infrage kommt industriell produzierte Massenware.

Aus Anlass des kürzlich durchgeführten 150. NZZ-Weinseminars habe ich sechs grosse Rotweine aus aller Welt ausgewählt und mit der Sensorikerin Christine Brugger präsentiert. Alle waren einzigartig und verdienten ihr Renommee.

Sechs grossartige Rotweine

Als Überflieger der Serie entpuppte sich Château Pontet-Canet 2020 aus dem Pauillac,

ein biodynamischer Bordeaux, der mit seiner aromatischen Vielfalt, Kraft, Eleganz, Tiefgründigkeit und Länge punktet.

Der 5ème Grand Cru Classé bereitet bereits Genuss, lässt sich aber problemlos noch zwanzig Jahre lagern.

Château Pontet-Canet 2020, vom gleichnamigen Weingut, 108 Franken; über gerstl.ch.

Ähnlich eindrücklich zeigten sich die anderen fünf Weine, so der Morey-St-Denis 2022 der Domaine Lambrays aus dem Burgund. So macht Pinot noir Freude.

Der Village-Wein wird während 17 Monaten in Eichenfässern ausgebaut, wobei nur 20 Prozent neu sind.

Der aromatisch intensive Burgunder (rote Beeren, würzige Noten) ist dicht, elegant, komplex, gut strukturiert und relativ lang anhaltend.

Morey-St-Denis 2022, Domaine Lambrays, 110 Franken; über martel.ch.

Aus dem spanischen Ribera del Duero stammt der Alion 2021 aus dem berühmten Hause Vega Sicilia. Das ist Tempranillo in Reinkultur: dunkle Farbe, intensive Nase mit schwarzbeerigen Noten

und balsamischen Anklängen, im Gaumen kräftig, mit reifen Gerbstoffen, etwas Extraktsüsse, tiefgründig und mit einem langen Finale.

Alion 2021, Vega Sicilia, 89 Franken; über moevenpick-wein.com.

Ähnlich konzentriert, aber nicht opulent präsentiert sich der Bin 389 aus dem Jahre 2022 des australischen Produzenten Penfolds. Oft als «Baby Grange» bezeichnet,

besteht der Wein aus gleichen Anteilen Cabernet Sauvignon und Shiraz. Es ist einer der populärsten Rotweine des Guts, weil er seit Jahren über eine bemerkenswerte Konstanz auffällt und problemlos zehn und mehr Jahre reifen kann.

Bin 389 2022, Penfolds, Fr. 73.50; über globalwine.ch.

Zu den grossen Rebsorten gehört der Nebbiolo, der seine besten Resultate vornehmlich in Piemont erbringt. Zu den Aufsteigern in diesem berühmten Anbaugebiet gehört das Weingut von Giulia Negri in La Morra.

Ihre Weine vereinen stets Kraft und eine erstaunliche Eleganz, wie auch ihr Barolo Tartufaia 2021 beweist. Er präsentiert sich allerdings noch sehr jugendlich und braucht wegen der präsenten Tannin-Struktur Luft. Entweder dekantieren oder auf die Seite legen.

Barolo Tartufaia 2021, Giulia Negri, 59 Franken; über weibel-weine.ch.

An dieser erinnerungswürdigen Degustation hielt der Sassi Grossi 2019 des Tessiner Guts Gialdi die Schweizer Fahne hoch. Der dichte, saftige, komplexe, gut balancierte Merlot hat seine erste Trinkreife erreicht, kann aber auch weiter auf die Seite gelegt werden.

Der Wein ist zu Recht im Mémoire des Vins Suisses vertreten. Diese Vereinigung umfasst rund 60 Spitzenproduzenten des Landes und will im Wesentlichen das Reifepotenzial ihrer Gewächse aufzeigen. Das ist für den Sassi Grossi kein Problem.

Sassi Grossi 2019, Gialdi, 54 Franken; shop.gialdi.ch.

Quelle: Peter Keller, Weinkeller, Bellevue NZZ

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